Nachdem wir dann endlich eine Agentur gefunden hatten die uns eine 3-taegige Pantanl Tour angeboten hat, gings am Freitag gleich los. Zunaechst aber noch die passende Ausruestung organisiert. Fuer mich gab´s nen stylischen Rangerhut und ne neue Sonnenbrille (Sorry Fabi und Vera, aber die Tolle von euch ist leider zu Bruch gegangen) und fuer alle die keine Mueckenfreunde sind eine gute Auswahl an chemischen Bekaempfungsmitteln. Kleine Anmerkung, sitze gerade draussen und geniesse die Umgebung beim Blogschreiben und werd dabei von unmengen an Viecherzeug aufgefressen.
Sind dann Mittags abgeholt worden und mit dem Bus zwei Stunden ins Pantanalgebiet vorgedrungen. Anschliessend gings dann auf der Ladeflaeche eines Pickups nochmal 30min ueber staubige Wege immer tiefer in die "gruene Hoelle". Mit einer 3cm dicken Staubschicht auf Haut und Gepaeck, kamen wir dann schliesslich in unserem Camp, der Pousada Santa Clara, an. Super Anlage in dessen Mitte eine Holzhaus steht, dessen oberer Teil Schlafplatz ist (geschlafen wird in Haengematten!), im hinteren Teil sanitaere Anlagen stehe und unten gekocht und gegessen wird. Ausserdem hat´s noch die ueblichen Backpacker Vergnuegungssachen wie ueberdachte Haengematten-Chillout-Plaetze, Beachvolleyballplatz und Lagerfeuerstelle. Das ganze liegt super schoen mitten in der Pampa zwischen Wiesen, Waeldern und direkt an einem Fluss in dem Piranhas und Kaimane zu Hause sind. Angekommen gings dann auch gleich zur ersten Aktion. Reiten! Ich natuerlich noch nie auf nem Pferd gesessen geschweige denn geritten. Nach der ersten "Eingewoehnungsphase" und dem Ausprobieren der Steuerung, gings dann auch gleich los. Schoene Tour druch 2m hohes Gras, durch Palmenhaine, durch Seen gewatete und schliesslich mitten durch den Urwald. Nach zwei Stunden waren wir dann wieder sichtlich erschoepft im Lager zurueck. Wusste gar nicht das Reiten so anstrengend ist, hab auch noch drei Tage danach so ein Muskelkater! Abends gab´s dann super leckeres Essen, dass zwei sehr massige original brasilianischen Koechinnen den ganzen Tag zubereitet haben. Vom Fleisch, ueber Kartoffeln, Bohnen, Nudeln, Maniok und Salate - es gab auf jeden Fall immer reichlich zu essen. Am Abend noch gemuetliches zusammen sitzen und das ein oder andere Bierchen/Caipirinha trinken.
Am zweiten Tag gings dann gleich morgens um halb acht zum Piranhas Angeln! Wie bei jeder Aktion, kleine Gruppe von 10 Leuten und unserem Guid Sandro, ein paar Meter den "Hausfluss" entlang gelaufen und an einer geeigenten Stelle unsere Angeln mit Fleischkoeder reingeworfen. Ham dann auch so 8-10 Piranhas erwischt, diese dann zunaechst ausgenommen und zum Mittagslunch gegessen - Mmhh, verdammt lecker! Ausserdem wurden noch die uebrigen Fischreste an die Kaimane verfuettert, auch ziemlich spektakulaer! Mittags war dann erst mal gemuetliches Ausruhen dran und die gefuehlten 45Grad irgendwie ertragen, wobei dann gluecklicherweise ein kleines Gewitter uns Abkuehlung gebracht hat.
Um drei gings dann auf das Highlight unserer Tour, die Bootstour. Zunaechst mussten wir mit einem Traktor und Anhaenger durch sumpfiges Gebiet fahren um ueberhaupt zur Ablegestelle zu gelangen. Dort dann zwei ca. 4m lange Boote bestiegen und 2,5h durch verschiede Fluesse des Pantanals geschippert. Zunaechst tolle Voegel gesehen wie Kolibris, Papagaien, Tukane und Amazonasfischer. Natuerlich alle Arten von Kaimanen, grosse, kleine, dicke, duenne aber auch ein Nest mit nur handgrossen Babys. Ausserdem gab´s noch Wasserschweine, Riesenotter und Affen zu entdecken. Die wirklich grossen Saeuger wie Jaguar, Puma, Wolf und grosser Ameisenbaer haben sich dann allerdings doch zu gut versteckt. Dafuer haben wir noch einen Sprung in das 26Grad warme Flusswasser gemacht und sind quasi mit den Kaimanen geschwommen. Spaeter haben die Guids noch ein paar Piranhas geangelt und diese dann den Kaimanen verfuettert. Somit war diese Tour ein wirklich toller Trip mit vielen Tieren und viel fuers Auge! Am Abend gings nach dem bekannten zusammen sitzen noch einmal mit einem der Guids an den Fluss um die Kaimane bei Dunkelheit zu beobachten. Ein kleiner Taschenlampenstrahl auf das Wasser und von ueberall schauen dich rotleuchtende schimmernde Augenpaare an. (Leider gibts von der ganzen Tour noch keine Bilder, da wir bloederweise keine Kamera dabei hatten, sind aber schon dabei diese von anderen zu organisieren)
Nach einer sehr kurzen Nacht gings dann am Sonntag Morgen um vier aus den Federn um zur Nacht-/Morgentour aufzubrechen. In der Dunkelheit gings auf der Ladeflaeche eines Trucks durch den Dschungel um ein paar der nachtaktiven Gefaehrten aufzuspuehren und evtl. doch noch einen Jaguar zu entdecken. Leider hatten wir da nicht so viel Glueck und bekamen recht wenig zu sehen. Dafuer gab´s dann noch einen schoenen Sonnenaufgang und anschliessend sind wir zu Fuss durch den Wald marschiert. Wunderschoen so nah durch diese Natur zu laufen und dabei den Tag gerade beim Aufwachen zu beobachten. Dabei auch noch ein paar Tiere wie Tukane und Affen gesehen und schliesslich zum Fruehstueck wieder ins Camp zurueck. Der restliche Tag war dann noch zum entspannen und Mittags gings auch schon wieder mit dem Truck die staubige Piste zum Ausgangspunkt zurueck. Dort in einen Minivan gestiegen und in zurueck Richtung Corumba gefahren. Auf halber Strecke haut unser Fahrer dann ploetzlich die Bremse rein ruft was von Schlange und springt aus dem Wagen. Wir natuerlich alle hinterher und tatsaechlich liegt da am Strassenrand eine riesen Anaconda! Wahnsinn so gross! Schaut euch die Bilder an!
Nun sind wir aber auch schon wieder auf dem Weg zu unserem naechsten Reiseziel Bolivien und haben heute Mittag die Grenze passiert. Sind zunaechst in Quijorro in einem Hostel abgestiegen um morgen oder uebermorgen mit dem Zug nach Santa Cruz zu fahren. Allerdings koennte das noch etwas Probleme bereiten da zum einen die Eisenbahner gerade ein wenig in Streiklaune sind und zum anderen die Provinz Santa Cruz und ihre Nachbarn unter Notstand stehen, da dort eine Dengufieber Epidemie herrscht. Aber wir packen uns einfach gut ein und wandeln in einer Wolke aus Anti-Moskito-Spray, dann wird das schon gut gehen.
In diesem Sinne, wuenscht uns viel Glueck und wenig Stiche!
Grusse Lucas und Kamala