Sonntag, 29. März 2009

Von den Mienen bis in die Wueste...

Lang lang ist´s her, seit dem letzten Eintrag. Haben seit dem letzten mal natuerlich wieder einiges erlebt. Zunaechst gings von Samaipata mit dem Nachtbus ueber die Schotterpiste nach Sucre - Boliviens Hauptstadt. Auch dies ist eine wirklich wunderschoene Stadt und landet bei meinem Hauptstadtranking gleich hinter Montevideo. Viele kleine Gassen zum erkunden, tolle Gebaeude an jeder Ecke und unzaehlige Hinterhoefe die ihre eigene Geschichte erzaehlen. Unsere Hauptanlaufstelle war allerdings der riesige Mercado Central auf dem, auf verschiedenen Ebenen, unmengen an Koestlichkeiten angeboten worden sind. Das Highlight allerdings waren die koestlichen frischgemixten Fruchshaks, die wir zu jeder moeglichen Tageszeit probiert haben. Ausserdem gab es Kultur in Form von Museum, Filmen, Plazakonzerte und Stadterkundungen. Einfach toll durch die Innenstadt mit ihren weissgetuechnten Haeusern (UNESCO Kulturerbe) zu laufen und ueberall was zu entdecken. Nach 4 Tagen Sucre ging es dann weiter in die hoechste Stadt der Welt (zumindest in dieser Groesse) auf 4070m. Hier oben musste man sich erst einmal an die Hoehe gewoehnen, denn schon der kleinste Kraftaufwand hat einen aus der Puste gebracht. In einem kleinen Hostal eingecheckt und am naechsten Tag die City erkundet. Potosi war einmal die groesste und aufstrebenste Stadt Amerikas, als die umliegenden Mienen mehr Silber ausspuckten als gefoerdert werden konnte. Allerdings hatte dieser Glanz auch die Schattenseite, dass unter den herrschenden Spaniern Millionen von Indigenos und aus Afrika eingeschiffte Sklaven in den Mienen den Tod fanden. Nachdem die Silbervorkommen erschoepft waren brach die Wirtschaftsmacht zusammen. Heute arbeiten noch ca. 4000 Arbeiter in den Mienen und versuch etwas brauchbares heraus zu holen. Im Rahmen einer Tour sind wir dann am dritten Tag selbst in voller Montur (Schutzkleidung, Helm und Lampe) zu den "Kumpels" in die Stollen gegangen. Zuvor noch ein Paar Geschenke wie Koka, Limonade und fuer uns Dynamit auf dem Markt eingekauft. Nach zwei Stunden in der Dunkelheit unter dem Felsen hat unsere Guide noch ganz laessig der Sprengsoff gezuendet. Nicht viele, aber interessante Bilder aus den Mienen gemacht!
Am naechsten Tag sind wir dann, nach einer toller Fahrt durch Berge und Kennyens bis schliesslich die ersten Vorboten der Wueste uns begruesst haben, in Uyuni angekommen. Ausserdem kann man hier wirklich alle paar Kilometer ein Lama nach dem Weg fragen, da es einfach so viele gibt! Uyuni ist der quasi der Eingang zur Salar de Uyuni - der Salzwueste! Nach dem wir einen Tag zum umschauen und suchen einer Tour benoetigt haben, gings dann vorgestern ab in die Wueste. Mit einem Jeep, vier Japanern und unserem bolivianischen Guide war unser erstes Ziel der Eisenbahnfriedhof vor der Stadt. Hier stehen die alten, rostenden Zugpferde der silbernen Potosi-Zeit, die die Rohstoffe nach Chile gebracht haben. Weiter gings dann zunaechst an den Rand der Wueste, in ein kleines Dorf deren Bewohner taeglich hinausfahren um das Salz zusammen zu kratzen und dann auf LKW´s zu laden. Natuerlich auch dort vorbei und ploetzlich steht man in mitten dieses weissen, strahlenden Nichts und hat eine so sureale Umgebung um sich! Faehrt dann 65km auf dem weissen Grund, immer geradeaus auf eine einsame Insel zu. Dieser Huegel steht mitten in der Salzwueste und beherbergt tausende von tausenden Jahre alten Kakteen. Phantastisch anzuschauen und tolle Bilder zu machen. Nach dem Lunch gings dann wieder weiter oestlich zum spektakulaeren Vulkan an dessen Fuss wir in einem Salzhotel die Nacht verbrachten. Von den Waenden, uber das Bett bis hin zum Boden, einfach alles aus Salz gebaut! Am zweiten Tag unserer Tour war dann das Erklimmen des Vulkans dran, wobei meine Reisegruppe doch etwas schwaechelte und ich schliesslich alleine oben die Aussicht geniessen durfte! Tolle Erlebnisse in der Salar de Uyuni genossen und gestern dann gleich Abends mit dem Nachtbus nach Oruro gefahren. Die vermutlich anstrengenste Busfahrt meines Lebens genossen. Bitte stelle sich jetzt jeder eine Schotterpiste mit unzaehligen Schlagloechern vor und nun fahrt auf dieser ca. 5h am Stueck hoch und runter, ein Mixer ist ein Spass dagegen!
Was sonst noch so zu erwaehnen ist: Hab zwar meine Digitalkamera keinem dahergelaufenen Kleinkriminellen ausgehaendigt aber kaputt ist sie auch so gegangen, also ham wir jetzt "nur" noch ne digitale und ne analoge Spiegelreflex, hab bloederweise mein so wichtiges Woerterbuch verloren und trauer ihm noch immer nach, meine kleines schwarzes Moleskin mit den taeglichen Eintraegen ist nun voll und ich widme mich dem grossen zu und ein kleines Paeckchen Koka darf ab jetzt auf keiner Busfahrt fehlen (ganz legal, und hilft gegen Hunger, Kaelte, Muedigkeit und Hoehenkrankheit)!
Habens aber geschafft und werden nun hier einen Tag verbringen um Morgen weiter nach Cochabamba zu kommen und sich dort hoffentlich mit dem Villi und seinen Kumpanen zu treffen (Kamalas Schwager in Spe). Das weitere Reiseziel sieht dann La Paz und den Titikakasee in ein paar Tagen vor.

Sucre


Potosi


Uyuni


So heute sollen mal Bilder mehr als Worte sagen, hoffe ich bekomm alle hoch geladen.
Gruesse Lucas und Kamala

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