Dienstag, 17. März 2009

Bolivien!!!

Willkommen in Bolivien! Letzten Montag haben wir die Grenze nach Bolivien ueberschritten und reisen nun durch das aermste Land Suedamerikas. Hohe Erwerbslosigkeit, geringes Einkommen und wenig oeffentliche Gelder praegen das Bild von Staedten und Doerfern. Doch trotz oder gerade wegen der Einfachheit der Haeuser, der ungeteerten staubigen Strassen und der zerfallenden kolonialen Gebaeude sprueht dieses Land vor so viel Charme. Kommt man dann erst einmal aus der Stadt heraus, phasziniert einen die wunderschoene Landschaft die diese Land zu bieten hat. Von anfaenglich sanften Huegeln ueber bis an die Spitzen begruente Berge, wunderschoene Taeler die vor fruchtbarkeit spruehen, Waelder die so dicht wie der Amazonas sind und Flusse die zum hineinspringen einladen.
Zunaechst gings mit dem "Tren de la muerte" von Quijerro nach Santa Cruz. Eine wackelige, laute und abenteuerliche Fahrt durch tolle Landschaften und winzige Doerfchen. An diesen wurden dann auch in regelmaessigen Abstaenden gehalten und eine Heerschar von grossen und kleinen Verkaeufern stuermte die Wagons. Bei diesen konnte man dann kleine Snacks, Suessigkeiten, Getraenke und komplette Essen kaufen. Mit einer Pollo-Reis-Schale zum Mittagessen gings dann weiter durch dichte Waelder, weite Wiesen, handgebaute Tunnel und verlassene Bahnhoefe. Nach 22h Zugfahrt liefen wir dann schliesslich am Mittwoch Morgen in den Bahnhof von Santa Cruz ein. Haben uns dort erst einmal mit zwei Maedels aus Bremerhaven, die wir im Pantanal kennen gelernt haben, im Hostel getroffen und mit diesen dann auch die weiteren Tage verbracht. Santa Cruz ist eine sehr geschaeftige Stadt in dessen kleine Gassen doch ein richtig wildes Verkehrsaufkommen herrscht. Die ganze Stadt ist Ringfoermig aufgebaut, wobei wir uns meist im Innersten mit seinem grossen Plaza, der Kathedrale, vielen Bars und kleinen Laeden aufgehalten und auch gewohnt haben. Santa Cruz ist wohl auch eine reichere Provinz, merkt man besonders um den Plaza herum, und versucht sich gerade von der Regierung abzugrenzen. Die beschrieben Gefahr der Denguepedemie ist auch schon wieder abgeklungen und es herrscht wieder "normale" Ansteckungsgefahr, also alles halb so wild. Haben die Tage dann zunaechst mit Stadterkundungen, einem schon lange nicht mehr genossenen Kinobesuch, dem anschauen eines Kulturzentrums mit Kunstaustellung und anschliessendem anhoeren eines klassischen Guitarrenkonzerts verbracht. Am Freitag gings dann raus aus der Stadt. Haben uns ein Auto gemietet und wollten ein paar Jesuiten Doerfer erkunden. Haben aber zunaechst nicht einmal aus dem chaotischen bolivinaischen Verkehr heraus aus der City gefunden und sind durch kleine Vororte gegurkt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Strassen waren von dem letzen Regen nur noch Matschpisten oder komplett unter Wasser. Abenteuerlich den besten Weg durch die Seen genommen und trotz unseres 4x4 Jeeps einmal fast stecken geblieben. Anschliessend gings dann doch noch aufs Land, wobei wir zunaechst die bolivianischen Landstrassen mit ihren unzaehligen Schlagloechern bewaeltigen durften, um dann schliesslich auf eine einsame Schotterpiste zu gelangen. Nach etlichen Kilometern, assen wir dann in einem winzigen Doerfchen ein super leckeres Mittagsmenue zum Spottpreis und machten uns anschliessend wieder auf den Rueckweg. Nachmittags gings dann noch in den kleinen aber feinen Zoo von Santa Cruz in dem wir dann den Tag gemuetlich abgerundet haben.
Am naechsten Tag gings mit dem Taxi, ein Fahrerer, wir vier Reisende und alles Gepaeck auf die drei Stunden Fahrt nach Samaipata. Zunaechst den grossen Kampf bestritten um aus der Stadt heraus zu kommen, dann allerdings eine tolle Strecke durch die gruenen Berge und Taeler genossen. Am Nachmittag in dem kleinen super schoenen Doerfchen angekommen und gleich weiter Richtung Inkastaette. Nun wurde dem Taxi uns unserem Fahrer Alesandro alles abverlangt um auf dem engen Ziegenweg den Berg hinauf zu gelangen, Nach einer halben Stunde durchshaken kahmen wir dann an unser Ziel, einem kleinen verstecketen "Campingplatz", an. Wunderschoen gelegen an einem Fluss mitten im Dschungel. Noch ein paar Dorfbewohner beim Samstagsausflug getroffen und unsere Zelte aufgebaut, Als es dann dunkel war, bekamen wir eine phantastischen Anblick zu sehen - den groessten, vollsten und schoensten Sternenhimmel den wir jemals gesehen haben! Millionen von Sterne und die Milchstrasse in ihrer ganzen Pracht. Am naechsten Morgen gings dann gleich ganz frueh zu der Inkastaette ein paar Kilometer weiter den Berg hinauf. Als erste und einziege Besucher konnten wir dann die tollen Tempelanlagen, Opferplaetze, Wohnanlagen, Werkstaetten und eine grandiose Aussicht geniessen. Den restlichen Tag und die darauffolgenden bis heute genossen wir dann Samaipata und unsere gemuetliches Andorina Hostel von Morgens bis Abends. Nicht zu vergessen unser neues Lieblingslokal El Chakana in dem wir super leckere Menus del dias genossen haben.
Heute Abend gehts dann mit dem Nachtbus weiter nach Sucre. Mal schauen wie lang wir fuer die 12h Tour brauchen, da es heute den ganzen Morgen geregnet hat und die Strasse nach Sucre nur zu 30% geteert ist. Dort werden wir wohl drei bis vier Tage verweilen um anschliessend nach Potosi weiter fahren,

Bolivien - Santa Cruz, Samaipata

Inzwischen sind wir aus der 40 Grad Region raus und es herrscht ein angenehmes Klima mit schon recht kalten Naechten und hin und wieder regen. Je weiter wir uns nun fortbewegen, desto milder werden die Tage und kaelter werden die Naechte. In ein paar Wochen haben sich dann die Deutschland - Bolivien Temperaturen schon fast angepasst.
Also, muesst ihr nicht mehr ganz so neidisch auf uns sein, zumindest mal nicht auf´s Wetter.
Gruesse Lucas und Kamala

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